Bürgermeister Franz Dobusch verlieh Ehrenzeichen und Medaillen der Stadt Linz (Foto) Bürgermeister Franz Dobusch verlieh Ehrenzeichen und Medaillen der Stadt Linz (Foto)
Bürgermeister Franz Dobusch hat am Donnerstag, 29. November 2012, um 17 Uhr im Gemeinderatsaal des Alten Rathauses ein Großes Goldenes Ehrenzeichen sowie ein Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Wirtschaft, zwei Große Ehrenzeichen der Stadt Linz und neun Kulturmedaillen und eine Humanitätsmedaille der Stadt Linz an verdiente Persönlichkeiten verliehen.
Mag. Dr. Hubert Hofmann wird mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Wirtschaft ausgezeichnet. Er erwarb sich als Investor und Geschäftsmann in der Immobilienbranche besondere Verdienste um die Wirtschaft in Linz. Hubert Hofmann wurde 1943 in Hartkirchen geboren und begann nach dem Münchner Lehramtsstudium der Fächer Mathematik, Philosophie und Leibeserziehung in Österreich 1967 als Erzieher in einem Landesfürsorgeheim. Nach der Nostrifizierung seiner Studienabschlüsse unterrichtete Hofmann 1968 bis 1984 am Linzer Oberstufenrealgymnasium Honauerstraße.
Nebenbei sammelte er in einem Linzer Immobilienbüro erste Branchenerfahrungen. 1974 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. Vier Jahre später gründete er das Unternehmen Hofmann und Partner, das zur Keimzelle für weitere Immobilienunternehmen wurde und unter ihnen auch Gesellschaften in Kroatien und Tschechien.
Unter seiner Leitung realisierte das Unternehmen zahlreiche Immobilienprojekte im In- und Ausland und vor allem auch im Raum Linz. So wurden in der Innenstadt, an der Anastasius-Grün-Straße und an der Edlbacherstraße in Kooperation mit der Stadt Linz Sozialprojekte realisiert. Aktuell verwirklicht die Firma Hofmann und Partner an der Landstraße und im Rahmen einer Planung am Bulgariplatz stadtbildprägende Bauvorhaben.
Das Große Ehrenzeichen der Stadt Linz erhielten Gemeinderätin a.D. Landtagsabgeordnete a.D. Bundesrätin a.D Helga Moser und Gemeinderat a.D. Landtagsabgeordneter Hans-Karl Schaller.
Helga Moser hat sich als ehemalige Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete sowie als Bundesrätin besondere Verdienste erworben. Nach der Ausbildung zur Kindergärtnerin und Horterzieherin 1959 bis 1962 war Moser zunächst in Bayern und Genua sowie ab 1969 in Linz als Kindergärtnerin beruflich aktiv. Moser wurde 1983 Lehrerin für Didaktik in der Kindergartenpraxis und begann 1991 als Linzer Gemeinderätin ihre politische Laufbahn.
1997 wechselte Moser in den oberösterreichischen Landtag und widmete sich dort den Bereichen Soziales, Frauenangelegenheiten, Bildung, Jugend und Sport. Von Juli 1996 bis Oktober 1997 übte Moser auch die Funktion als Abgeordnete zum Bundesrat aus. Auch nach ihrer Pensionierung ist Helga Moser gesellschaftlich aktiv und widmet sich unter anderem dem Aufbau einer deutschsprachigen Kindergruppe in der Ukraine sowie der Weitergabe ihres pädagogischen Wissens an die dortigen deutschsprechenden Lehrkräfte.
Gemeinderat a.D. Landtagsabgeordneter Hans-Karl Schaller erwarb sich als Gewerkschafter und im Rahmen seiner Funktion als Gemeinderat der Stadt Linz sowie als Landtagsabgeordneter ebenfalls besondere Verdienste. Hans-Karl Schaller wurde am 27. Juli 1960 in Freistadt geboren und begann am 15. März 1982 seine berufliche Laufbahn als Techniker bei der voestalpine AG.
Nach verschiedenen Fort- und Ausbildungskursen an der Meisterschule Maschinenbau und Betriebstechnik sowie an der Sozialakademie in Mödling begann Schaller, sich als Gewerkschafter zu engagieren. Wesentliche Stationen seiner Laufbahn waren die Funktion eines Fraktionsvorsitzenden des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine Stahl GmbH von 1993 bis 1999, eines Kammerrates der Arbeiterkammer OÖ. im Jahr 2004 sowie als Mitglied im Landespräsidium der Gewerkschaft für Metall, Textil und Nahrung.
Seit 2005 vertritt Schaller die Interessen der ArbeitnehmerInnen auch im Aufsichtsrat der voestalpine AG und der voestalpine Stahl GmbH. 2008 wurde Schaller zum Vorsitzenden des Konzernbetriebsrates sowie des Europabetriebsrates der voestalpine gewählt. Weiters gehörte Schaller zwei Jahre lang der Arbeiterkammer als Vizepräsident an und wurde 2009 Landesvorsitzender und zusätzlich stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE.
Parallel zu seinen gewerkschaftlichen Funktionen war Schaller von 1997 bis 2009 während zwei Funktionsperioden im Linzer Gemeinderat politisch aktiv. Seit November 2009 war Schaller auch Abgeordneter im Oberösterreichischen Landtag.
Das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Wirtschaft hat der Hotelier Michael Nell erhalten.
Michael Nell wurde 1982 in Linz geboren und stammt aus einer Hoteliersfamilie. Bereits seit 1928 führten seine Großeltern mütterlicherseits das Hotel „Zum Schwarzen Bären“, das später von seinen Eltern fortgeführt wurde und nun unter seiner Leitung steht. 1999 schloss Nell in Bad Leonfelden die Hotelfachschule ab und sammelte nach dem Präsenzdienst in Deutschland praktische Erfahrungen.
Nach der Einbindung in die Leitung des elterlichen Hotels- und Restaurantbetriebs „Zum Schwarzen Bären“ ist Nell heute der jüngste Hotelchef in Linz und setzt sich mit großem persönlichem Engagement für den Ausbau und das wirtschaftliche Wohlergehen des Linzer Traditionsbetriebs ein. 1993 wurden dort eine Tiefgarage errichtet und das Restaurant adaptiert, 2008 wurde das Gebäude aufgestockt. Nell gehört begleitend zum Hotelgewerbe auch der Linzer Tourismuskommission und dem Vorstand der Jungen Wirtschaft Linz an.
Mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Kultur wurde Komm.-Rat. DI Herbert Steinwender ausgezeichnet.
Herbert Steinwender wurde 1941 in Linz geboren und maturierte 1959 an der Bundesrealschule. 1965 folgten nach dem Abschluss eines technischen Studiums für Bauwesen eine berufliche Laufbahn in einem Zivilingenieurbüro sowie seine Tätigkeit bei der damaligen Chemie Linz. Neben seiner beruflichen Karriere als Geschäftführer der Chemserv Industrieservice GmbH und als Vorstandsvorsitzender der VAI und der VA Technologie widmete sich Steinwender den kulturellen Angelegenheiten in der Stadt Linz und hier vor allem dem Linzer Bruckner Orchester.
Als Freund des Bruckner Orchesters führte Komm.-Rat DI Herbert Steinwender als Vorsitzender zwölf Jahre den Verein „Presto“ mit großem Engagement. Steinwender war auch Universitätsrat der Johannes Kepler Universität, Aufsichtsratchef der BRP Rotax, Mitglied des Stadtkulturbeirates, Chairman des jährlichen Mechatronik-Kongresses und Vorsitzender eines Vergabebeirats für UnternehmensgründerInnen.
Mit der Kulturmedaille der Stadt Linz wurden die Leistungen von Jutta-Sybille Aglas-Baumgartner, Mag. Karl Aichhorn, Bruno Gilligsberger, Veronika Goltsch, Gerta und Christian Michael Horn, Johann Jascha, Prof. Hans Keplinger, Univ.-Prof. DI Dr. Hubert Presslinger und ao. Univ. Prof. Dr. Otto Urban gewürdigt.
Jutta-Sybille Aglas-Baumgartner widmet sich als Obfrau der „Eghalanda Gmoi z´Linz“ der Heimat- und Brauchtumspflege. Ihrem Engagement sind die Vorbereitung und Ausrichtung vieler Veranstaltungsaktivitäten, die Herausgabe des „Gmaibladl“ sowie die Organisation von Ausstellungen im Egerland-Museum zu verdanken. Beruflich war Jutta-Sybille Aglas-Baumgartner als Kindergärtnerin in Linz und Leonding tätig und engagierte sich auch als Funktionärin in der Evangelischen Kirche Linz-Stadt.
Mag. Karl Aichhorn wurde 1964 in Neumarkt im Mühlkreis geboren und spielt bereits seit dem Volksschulalter auf verschiedenen Instrumenten, zunächst auf der Blockflöte, dann auf der Trompete und nach der Matura am Adalbert Stifter Gymnasium als Solo-Flügelhornist der Militärmusik Oberösterreich. Nach Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien in den Fächern Musikerziehung und Instrumentalmusikerziehung unterrichtet Mag. Karl Aichhorn seit 1990 am Georg von Peuerbach-Gymnasium in Urfahr. Seiner Initiative sind die Organisation einer Reihe musikalischer Events, von der Kinderoper bis zum Musical, zu verdanken. 2009 realisierte Mag. Karl Aichhorn unter anderem das Großprojekt „Holz und Blech“ mit 350 BlasmusikerInnen aus Linz und Umgebung. Mag. Aichhorn leitet auch das Linzer Blechbläser-Oktett.
Bruno Gilligsberger wurde 1950 in Linz geboren und studierte nach Abschluss der HTL Steyr in Wien und Salzburg unter anderem Datenverarbeitungstechnik sowie Politikwissenschaften, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. 1993 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. Sein Engagement galt in erster Linie der Jazz-Musik und der Gründung des „Jazz Point Linz“, dem er mehr als 20 Jahre als Obmann vorstand. Unter seiner Leitung wurden bis 2010 rund 400 Veranstaltungen abgewickelt. Gilligsbergers musikalische „Handschrift“ ist auch bei Events wie „Jazz im Donaupark“, „Jazz im Auerhahn“ oder „Jazz anderswo“ deutlich zu erkennen.
Veronika Goltsch erwarb sich begleitend zu ihrer beruflichen Funktion in den ehemaligen Stickstoffwerken zahlreiche Verdienste um das musikalische Leben in Linz. Ihr Talent und ihre Leidenschaft galt vor allem dem Akkordeon und der steirischen Harmonika. Veronika Goltsch scharte als Mitbegründerin und Leiterin der „Linzer Quetschnspüla“ mehr als 20 HarmonikaspielerInnen sowie begleitende Gitarristen um sich. Diese Gruppe erfreut zahlreiche ZuhörerInnen bei Veranstaltungen in den Linzer Volkshäuser und Rathäusern.
Gerta und Christian Michael Horn führen seit Anfang der 1980er-Jahre die gleichnamige Tanzschule Horn, die seit mehr als 100 Jahren und drei Generationen im Familienbesitz ist. Michael Horn gründete 1984 zusammen mit seinem Geschäftspartner Walter Ilk das TanzTheater, das nach 16 Jahren in „danceschool horn“ unbenannt wurde. Seit dem Jahr 2000 unterrichtet das Ehepaar Horn als alleiniger Inhaber der Tanzschule Tanzen in Perfektion und in den verschiedensten Stilarten.
Johann Jascha, geboren 1942 in Mettmach, zählt heute zu den profiliertesten und vielseitigsten Interpreten des künstlerischen Lebens in Linz und Oberösterreich. Nach dem Besuch der Mittelschule in Salzburg und dem Studium der Malerei in Wien von 1963 bis 1967 studierte Jascha auch Medailleurkunst, Kleinplastik, Reliefkunst und Zeichnung in Wien und in Südafrika. Es folgte eine von vielseitigen Aktionen geprägte Laufbahn als bildender Künstler und Aktionist mit überregionaler und internationaler Ausstrahlungskraft. Auch im öffentlichen Raum in Linz, zum Beispiel im Alten Rathaus und im Rahmen von „Kunst am Bau“ in der Arkade in Linz und im Seniorenzentrum Glimpfingerstraße, hinterließ Jascha seine Spuren.
Hans Keplinger, geboren 1926 in Linz, entdeckte bereits im Kindesalter beim Zeichnen seine Liebe zur Bildenden Kunst. Nach dem Studium an der Bundesgewerbeschule Linz und an der Kunstgewerbeschule startete Prof. Hans Keplinger seine künstlerische Laufbahn als Werbegrafiker bei der Firma Quelle und widmete sich ab 1970 ganz der Malerei. Die Publikation des Linzer Kunstkalenders 1973, die Publikation „Linz – Poesie einer Stadt“ mit 58 Federzeichnungen im Jahr 1974 sowie zahlreiche Ausstellungen in der Galerie von Otto Bejvl waren wesentliche Stationen seines künstlerischen Schaffens. Hans Keplinger ist auch Mitglied der Zülow Gruppe und erhielt 1986 den Titel Professor verliehen. 2002 folgte die Auszeichnung mit der Kulturmedaille des Landes Oberösterreichs.
Hubert Presslinger wurde 1949 in Rottenmann in der Steiermark geboren und absolvierte die montanistische Hochschule Leoben. Nach der Promotion zum Doktor der Montanwissenschaften im Jahr 1983 war Presslinger bei der voestalpine in Linz in leitender Stellung in der Forschung tätig und widmete sich darüber hinaus der historischen Metallurgie. Seinen wissenschaftlichen Vorarbeiten und Forschungen sind unter anderem die Analyse des „Keltenschatzes vom Linzer Gründberg“, der Fund eines mittelalterlichen Schwerts im Linzer Donauschotter und die Erforschung der Ur- und Frühgeschichte an zahlreichen prähistorischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Verhüttungsplätzen zu verdanken.
Otto Helmut Urban wurde 1953 in Wien geboren und begann 1975 mit dem Studium der Ur- und Frühgeschichte sowie der Völkerkunde an der Universität Wien. Nach seiner Promotion im Jahr 1982 veröffentlichte Univ.-Prof. Dr. Urban Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte und widmete sich seit den 1980er-Jahren schwerpunktmäßig der Erforschung der Eisenzeit, der Geschichte der Kelten und seit 1989 verschiedenen Ausgrabungen im Linzer Raum. Seiner Mitarbeit sind zahlreiche archäologische Funde am Linzer Freinberg und Recherchen beim „Keltenschatz vom Linzer Gründberg“ sowie die Erforschung der Ur- und Frühgeschichte zu verdanken.
Mit der Humanitätsmedaille der Stadt Linz wurden Alois Bertsch und Gemeinderätin a.D. Alexandra Schmid ausgezeichnet.
Alois Bertsch, geboren 1942 in Bruck/Mur, begann nach der Lehre als Kfz-Mechaniker mit verschiedenen Zusatzausbildungen im Verkauf und Management seine Karriere im Vertrieb. Nach der Gründung der Firma Bertsch & Partner betreute er seit den 1980er-Jahren bis zur Pensionierung 2003 als Verkaufsvertreter zahlreiche Markenartikel-Hersteller, Handelsunternehmen und Banken. Neben seinen beruflichen Agenden widmete sich Bertsch in Eigeninitiative der Stadtbildpflege und der Beseitigung von Missständen, wie so genannter wilder Graffity-Malereien und anderer unschöner Schmieraktionen an Hauswänden und an verschiedenen öffentlichen Plätzen.
Alexandra Schmid setzte neben ihrer Tätigkeit als Universitätsassistentin in der Kulturabteilung des ORF und beim Prix Ars Electronica vor allem im Bereich der Linzer Kommunalpolitik Akzente. Von 6. November 2003 bis 12. November 2009 gehörte sie als Mitglieder der Grünen dem Linzer Gemeinderat an. Das Wirken von Frau Schmid war durch zahlreiche Kurse, Trainings und Projektarbeiten speziell in Frauenfragen, geprägt. So sind „Frauen und Politik“ sowie der aktuelle Lehrgang „Wirtschaft – Politik – Zivilgesellschaft“ wesentliche Themen bei ihrer Arbeit. Auch als Bildungsreferentin im Welthaus Linz, einer entwicklungspolitischen Organisation der katholischen Kirche Oberösterreich, war Alexandra Schmid aktiv.