Auswirkungen des Westrings auf das Straßennetz Eine Studie informiert über die Auswirkungen des Westrings auf das innerstädtische Straßennetz.
Nach einem Gemeinderatsbeschluss 2005 wurde von Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer eine Studie über die Auswirkungen des Westrings auf das Linzer Straßennetz und die Möglichkeiten zur Neuordnung des städtischen Verkehrsnetzes in Auftrag gegeben. Das Zivil-Ingenieur-Büro Schimetta Consult erarbeitete mit Datengrundlagen der ASFINAG eine Studie zu diesem Thema.
Aufbauend auf einem Verkehrsmodell mit dem entsprechenden durchschnittlichen täglichen Verkehr für die Bestandssituation 2005 und das Prognosejahr 2025 wurden die jeweiligen Belastungen zu den Tagesspitzen an 10 ausgewählten Kreuzungen im städtischen Hauptverkehrsnetz ermittelt.
Grundlage für die Prognose war die Fortschreibung des gegenwärtigen Wirtschaftswachstum unter der Annahme der Energiepreise aus dem Jahr 2005. Im Modell wurden sämtliche bereits bekannte verkehrsrelevante Bauprojekte hinterlegt. Die Berechnungen erfolgten außerdem unter der Annahme, der Realisierung der City-S-Bahn. Unter Zugrundelegung dieser Parameter werden bis zum Prognosehorizont sehr starke Verkehrszunahmen beim motorisierten Individualverkehr vorhergesehen.
Die Ergebnisse
Entlastungen 2025 (Vollausbau) zu JETZT
- Waldeggstraße süd: 49 %
- Waldeggstraße nord: 31 % Richtung. Stockhofstraße und 35 % Richtung Bahnhofstraße
- Obere Donaulände: 20 % Richtung Römerbergtunnel und 13 % Richtung Nibelungenbrücke
- Untere Donaulände: 5 % Richtung Gruberstraße
Im übrigen Stadtgebiet: Verkehrszunahmen
- Blumauerstraße + 131 %
- Kärntnerstraße + 86 %
- Gruberstraße: + 17 %
- Humboldtstraße: + 14 %
- Dinghoferstraße: + 16 %
- Goethestraße: + 28 %
- Khevenhüllerstraße: + 15 %
- Lenaustraße: + 22 %
- Promenade: + 18 %
- Gruberstraße: + 16 %
Entlastungen 2025 (Vollausbau) zu 2025 ohne Westring
Im gesamten Stadtgebiet Entlastungen ausgenommen:
- Kärntnerstraße: 28 % theoretische Zunahme
- Blumauerstraße: 65 % theoretische Zunahme
- Wiener Straße: 49 % theoretische Zunahme
- Volksgartenstraße: 46 % theoretische Zunahme
Verkehrsabnahmen beispielhaft:
- Promenade - 5 %
- Gruberstraße - 10 %
- Khevenhüllerstraße - 9 %
- Lenaustraße - 9 %
Beurteilung einzelner Verkehrsknoten
Knoten – Obere Donaulände / Römerbergtunnel Nord
- Bestand: Knotenpunkt ausgelastet (Linksabbieger von Nibelungenbrücke bzw. Einfahrt Wilhering)
- 2015: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm nicht lösbar / Rückstau durch überlasteten Linkseinbieger aus Tunnel, behindert Rechtseinbieger. Durch zusätzliche Kollektorspur nach Wilhering Linkseinbiegerüberlastung nicht lösbar.
- 2025: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm nicht lösbar/ Rückstau durch überlasteten Linkseinbieger aus Tunnel, behindert Rechtseinbieger. Durch zusätzliche Kollektorspur nach Wilhering Linkseinbiegerüberlastung nicht lösbar.
Knoten Untere Donaulände / Ostrampe
- Bestand: Knotenpunkt ist leistungsfähig
- Bestand 2015: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2015: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2025: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
Knoten – Untere Donaulände / Kaserngasse
- Bestand: Knotenpunkt ist leistungsfähig
- Bestand 2025: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2025: Knotenpunkt ist ausgelastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
Knoten – Mozartstraße / Dametzstraße
- Bestand: Knotenpunkt ist leistungsfähig
- Bestand 2025: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2025: Knotenpunkt ist ausgelastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
Knoten – Gruberstraße / Weißenwolffstraße
- Bestand: Knotenpunkt ist leistungsfähig
- Bestand 2025: Knotenpunkt ausgelastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2025: Knotenpunkt ist ausgelastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
Knoten – Goethestraße / Humboldtstraße
- Bestand: Knotenpunkt ist ausgelastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- Bestand 2025: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2025: Knotenpunkt ist überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
Knoten – Blumauerstraße / Franckstraße
- Bestand: Knotenpunkt ist ausgelastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- Bestand 2025: Knotenpunkt überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
- 2025: Knotenpunkt ist überlastet / Durch Adaptierung Ampelprogramm Verbesserungen möglich.
Zusätzliche Verkehrslösungen gefragt
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die A26 Linz vor zukünftig vorhersehbaren Verkehrsproblemen verschonen kann, derzeitige Probleme jedoch im Wesentlichen bestehen bleiben.
Für die städtische Verkehrsplanung erscheinen zusätzlich zum Projekt der A26 massive Investitionen in den öffentlichen Personenverkehr notwendig. Auch das Projekt der Ostumfahrung von Linz sollte weiter konsequent verfolgt werden.
Weitere wichtige Maßnahmen zur Eindämmung der Verkehrsbelastung werden in der Vermeidung und Verminderung des motorisierten Individualverkehrs gesehen. Alternative Verkehrsformen wie der Öffentliche Verkehr, Radfahren und zu Fuß gehen sollten ebenfalls stark gefördert werden.
Erst wenn diese Maßnahmen greifen, ist es zweckmäßig weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf städtischen Hauptachsen zu planen. Sollten derartige Maßnahmen vor den angeführten Projekten erfolgen, besteht die Gefahr, dass der motorisierte Kfz-Verkehr vermehrt als gebietsfremder Schleichverkehr in Wohngebiete ausweicht.
(Informationsunterlage für Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer zur Pressekonferenz „Westring-Studie zur innerstädtischen Verkehrsorganisation“)