Modernisierung und Hochhausbauten in Linz Präsentation einer Spectra-Befragung
Eine klare Mehrheit der Linzer Bevölkerung, nämlich 55 Prozent, bekennt sich zum Bau der neuen Hochhäuser am Bahnhof. Ein Drittel ist gegen diese Entwicklung. Vergleicht man diese Zahlen mit anderen Städten, so sind die LinzerInnen der modernen Architektur gegenüber äußerst aufgeschlossen. Dies ist umso bemerkenswerter, als derzeit an drei neuen Türmen im Bahnhofsviertel gebaut wird, von denen jeder höher ist als das derzeit höchste Linzer Haus, das Lentia 2000 in Urfahr. Dieses ragt mit 63 Metern genauso hoch in den Himmel wie der Wissensturm.Definition Hochhaus lt. Bauordnung
Im OÖ. Bautechnikgesetz ist unter § 2 Begriffsbestimmungen, Pkt. 29 Hochhaus, folgender Eintrag zu finden:
Hochhaus: ein Gebäude, bei dem die Traufe allseits höher als 25 m oder die Fußbodenoberkante des obersten Geschoßes allseits höher als 22 m über dem angrenzenden künftigen Gelände liegt.
Nach dieser Definition gibt es in Linz 233 Hochhäuser.
Die höchsten Gebäude der Stadt
Neben den Sakralbauten, die nicht unter den Begriff Hochhaus fallen, gibt es in Linz folgende höchste Gebäude:
Lentia 2000 | 21 Geschoße (63 Meter) | Blütenstraße/Schmiedegasse - Urfahr |
Lenau-Hochhaus | 21 Geschoße (63 Meter) | Rilkstraße 20 - Bulgariplatz |
Wohnbau | 19 Geschoße (57 Meter) | Vierthalerstraße 17 - Bulgariplatz |
Wohn- und Bürobau | 18 Geschoße (54 Meter) | Turmstraße 41 - Bulgariplatz |
Wohnbau | 17 Geschoße (51 Meter) | Kopernikusstraße 22 - Spallerhof |
Bürobau | 16 Geschoße (48 Meter) | VOEST |
Arcotel | 15 Geschoße (45 Meter) | Untere Donaulände 9 - Zentrum |
WIST-Studentenheim | 14 Geschoße (42 Meter) | Johann-Wilhelm-Klein-Straße 70 - Dornach |
Raab-Studentenheim | 14 Geschoße (42 Meter) | Julius-Raab-Straße 10 - Dornach |
Wohnbau | 14 Geschoße (42 Meter) | Kremplstraße 1 - Neue Welt |
City-Tower | 14 Geschoße (42 Meter) | Lastenstraße 38 - Bulgariplatz |
Wohnbau | 14 Geschoße (42 Meter) | Ziegeleistraße 81 - Froschberg |
In den letzten beiden Jahren ist verstärkt ein Trend zu höheren Gebäuden in Linz feststellbar. Mit dem ÖBB-Tower (90 Meter), dem EnergieAG-Tower (73 Meter) und dem Wissensturm (63 Meter) entstehen direkt im Bahnhofsviertel drei Hochhäuser in unmittelbarer Nähe. Diese neue Entwicklung wird von der Bevölkerung mit klarer Mehrheit begrüßt, wie die Ergebnisse einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes Spectra beweisen.
Historisch ist anzumerken, dass entgegen früheren Tendenzen die aktuellen Hochhausbauten nicht Wohnzwecken dienen. Erst ein im Winterhafen geplantes ca. 40 Meter hohes Objekt soll zumindest wieder teilweise als Wohngebäude genutzt werden.
Bahnhof, Bindermichl, U-Bahn, Krankenhäuser und Lentos – die Lieblingsprojekte der LinzerInnen
Frage: Welche Entwicklungen in Linz würden Sie als gelungene Modernisierungen ansehen? Was würden Sie da nennen? Insgesamt (n=515) 52 21 19 17 15 10 7 6 6
Prozent Umbau / Neugestaltung des Bahnhofes Umfahrung Bindermichl / Bindermichl-Untertunnelung Neubau UKH / AKH / Sanierung der Krankenhäuser Bau einer U-Bahn Bau des Lentos Ausbau des öffentlichen Verkehrs / Ausbau
des Straßenbahnnetzes / neue Buslinie Straßenbau / Straßensanierung / Straßenausbau /
Umfahrungen allgemein Bau der Seniorenheime / Bau neuer Altersheime /
Verbesserung der Altenbetreuung Wissensturm
Die Neugestaltung des Hauptbahnhofs wird von 52 Prozent der LinzerInnen spontan als Musterbeispiel einer gelungene Modernisierung angesehen. Mit beträchtlichem Abstand wird von einem Fünftel der Befragten die Bindermichl-Untertunnelung auf Rang zwei platziert. Die Modernisierung beziehungsweise die Neubauten von Krankenhäusern, allen voran UKh und AKh, werden ebenfalls von ca. 20 Prozent städtebaulich positiv bewertet. Ähnliche Werte erreicht der Bau der unterirdischen Straßenbahntrasse unter dem Hauptbahnhof, den jede/r sechste LinzerIn als gelungene Modernisierung bezeichnet.
Nach wie vor hoch im Kurs steht das Lentos als architektonisches Werk. 15 Prozent der Bevölkerung sehen seine Errichtung als positive Entwicklung der Jetzt-Zeit. Bei dieser offen gestellten Frage erhielten noch die Themenbereiche „Bau von Pflegeheimen“, „Straßenbau“ und „Errichtung Wissensturm“ einigermaßen erwähnenswerte Nennungen (6 bis 7 Prozent).
Bestärkt wird die positive Einstellung der Bevölkerung dadurch, dass 7 von 10 LinzerInnen das Tempo der Modernisierung als „gerade richtig“ empfinden.
Klare Mehrheit für Hochhausbau – Linz wird damit zur modernen Stadt
Frage 18: Hier ist eine Abbildung der Gegend um den Linzer Hauptbahnhof. Dort entstehen drei neue große Gebäude. Die Höhe der Gebäude liegt zwischen 60 Meter und 90 Meter. Bitte schauen Sie sich dieses Foto in Ruhe an. Ich habe eine Frage dazu. In Linz ist die Errichtung weiterer Gebäude in dieser Größe geplant. Sind das Ihrer Meinung nach Bauten , die Linz zu einer modernen und interessanten Großstadt machen oder sollte man den Bau solcher großen Gebäude nicht genehmigen, weil sie überhaupt nicht zu Linz passen.
Basis: Linzer Bevölkerung
An Hand der Entwicklung des Bahnhofsviertels eruierte das Meinungsforschungsinstitut Spectra die Einstellung der LinzerInnen zum Bau von Hochhäusern. 54 Prozent der Befragten meinen, solche Hochhäuser machten Linz zur modernen Großstadt. Ein knappes Drittel (32 Prozent) vertreten die Meinung, solche Bauten sollen gar nicht genehmigt werden. Durchaus bemerkenswert ist die Tatsache, dass in jeder Bevölkerungsgruppe und bei allen ParteigängerInnen die BefürworterInnen in der Mehrzahl sind. SPÖ-, noch mehr ÖVP-WählerInnen, sowie unter 30-Jährige zählen zu den stärksten BefürworterInnen von Hochhäusern (zwischen 62 und 67 Prozent).
Auffallend ist, dass Männer (60 Prozent) eine um zehn Prozent höhere Zustimmung zu Hochhausbauten artikulieren als Frauen. Am reserviertesten äußern sich die WählerInnen der Grünen (43 Prozent Befürwortung, 37 Prozent Ablehnung). Auch Frauen und die mittlere Generation weisen eine um 4 bis 5 Prozent höhere Ablehnung der Hochhausbauten auf.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Planungsreferent Stadtrat Klaus Luger zum Thema „Modernisierung und Hochhausbauten in Linz – Präsentation einer Spectra-Befragung“)