Boden.Leben.Klima
Symposium zum nachhaltigen Umgang mit unserem Boden als Chance für den Klima- und Artenschutz

Blick vom Freinberg auf Alt-Urfahr, die Donau und die Linzer Altstadt mit Laubbäumen im Vordergrund

Die Folgen des ungebremsten Flächenverbrauchs werden immer deutlicher. Durch die zunehmende Versiegelung entstehen in unseren Städten Hitzeinseln und auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt gerät durch die Flächeninanspruchnahme immer stärker unter Druck.

Beim Symposium Boden.Leben.Klima am 3.9.2021 stand der Bodenverbrauch im Fokus. In sechs Impulsvorträgen zeigten und diskutierten unsere Referentinnen und Referenten dessen Auswirkungen auf das Klima und die Artenvielfalt.

Alle Vorträge stehen nachstehend zum Nachlesen bzw. Download zur Verfügung.

Moderation: Mag.a Gerlinde Larndorfer, Bodenbündnis in Oberösterreich, und Rainer Rathmayr, MA, Volkshochschule Linz

Vorträge

Bodenverbrauch in Österreich – Auswirkungen und mögliche Lösungsansätze

Dr. Mario Winkler, Österreichische Hagelversicherung

Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Generell ist der Boden ein Wunderwerk. So ist er auch essentiell für eine ausreichende Produktion von Lebensmitteln. Das hat gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wo es vielerorts zu leeren Supermarktregalen gekommen ist. Wir sind aber beim Bodenverbrauch Europameister im negativen Sinn. Daher müssen wir den gegenwärtigen Bodenverbrauch dringend reduzieren, damit wir unseren Kindern nicht die Zukunft verbauen.
Präsentation Dr. Mario Winkler (PDF, 10.053 KB)
Video

Stadt und Natur – kein Widerspruch! Zur Verantwortung von Städten für die Erhaltung der Biodiversität

Dr. Fritz Schwarz, Naturkundliche Station und Botanischer Garten der Stadt Linz

Es mutet absurd an: Städte sind alles andere als artenarm! Aufgrund ihrer Vielzahl an speziellen Lebensräumen, Nutzungen und Nutzungsintensitäten finden in Ballungsräumen oft mehr Tier- und Pflanzenarten günstige Lebensbedingungen, als in vielen intensiv genutzten Gebieten in der freien Landschaft. Der Vortrag geht auf die ökologischen Unterschiede zwischen Stadt und Land ein, gibt einen Überblick über die vielfältigen Funktionen von Stadtnatur und zeigt anhand vieler Bilder die spezifische Situation, die es in der Stadt Linz zu entdecken gibt.
Präsentation Dr. Fritz Schwarz (PDF, 21.608 KB)
Video

Biodiversität in Österreich – Was sie bedeutet, warum und wie wir sie erhalten wollen

Mag.a Christine Pühringer, Naturschutzbund Österreich

Biodiversität, das ist Vielfalt von Arten, Genen und Lebensräumen. Österreich ist durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Ökosysteme auf engstem Raum ein Hotspot dieser biologischen Vielfalt.

Doch die Vielfalt schwindet – weltweit und auch in Österreich. Eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Und auch bei uns wird die Rote Liste gefährdeter Lebensräume und der dort vorkommenden Arten immer länger. Seit 1998 ist ein Drittel der Vögel in unserer Kulturlandschaft verschwunden, mehr als die Hälfte der heimischen Schmetterlinge sind gefährdet, genauso wie rund 40 Prozent der heimischen Farn- und Blütenpflanzen. Besonders betroffen sind die Insekten: Ihre Bestände sind in den letzten 30 Jahren um rund 80 Prozent zurückgegangen, schätzen Expertinnen und Experten.

Die Gründe für den Verlust an Vielfalt sind fast durchwegs menschengemacht: „Wir übernutzen unsere Ressourcen, nehmen immer mehr Flächen in Anspruch, beeinträchtigen und zerstören Lebensräume. Der vom Menschen verursachte Klimawandel tut sein Übriges. Das gefährdet aber auch die Lebensgrundlage der Menschen und den Nutzen biologischer Vielfalt für jede Einzelne und jeden Einzelnen. Denn ist die biologische Vielfalt erst einmal verloren, lässt sie sich nicht wiederherstellen.
Damit geht die Grundlage für menschliches Wohlergehen, unsere Lebensversicherung verloren. So hängt die Produktion von Nahrungsmitteln, der Schutz vor Naturgefahren und vieles mehr entscheidend von stabilen, artenreichen Lebensgemeinschaften ab. Chancen und Möglichkeiten, den Negativtrend umzukehren, um dieses wertvolle Gut zu schützen und nachhaltig zu nutzen, gibt es vor allem bei der künftigen Gestaltung unserer Landnutzung. Aber auch jede und jeder Einzelne kann bei der Sicherung unserer Lebensgrundlagen und einer nachhaltigen regionalen Entwicklung mithelfen.
Präsentation Mag.a Christine Pühringer (PDF, 3.940 KB)

Wo die Natur in Linz zuhause ist – Biodiversitätshotspots und ihre Erhaltung in der Landeshauptstadt

Mag.a Gudrun Fuß, Naturkundliche Station der Stadt Linz

Linz beheimatet trotz seiner zum Teil sehr dichten Verbauung und der großen Industrieanlagen eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Einige Arten wie die Wechselkröte sind sogar auf regelmäßige Störungen in ihrem Lebensraum angewiesen und daher fast ausschließlich im Industriegebiet zu finden. Der Großteil der Linzer Stadtnatur ist jedoch im ausgedehnten Grüngürtel, in den Stadtwäldern und im Europaschutzgebiet Traun-Donau-Auen zuhause. Hier lassen sich noch seltene Vogelarten wie der Eisvogel oder der Drosselrohrsänger beobachten. Doch auch diese Naturoasen geraten zunehmend unter Druck und der rapide Artenschwund macht sich hier ebenso bemerkbar. Um dem entgegen zu wirken, müssen diese Grünräume erhalten und mit gezielten Maßnahmen gefördert werden. Naturschutz ist Bodenschutz ist Klimaschutz!
Präsentation Mag.a Gudrun Fuß (PDF, 9.973 KB)
Video

Stadtklima und Boden

Mag. Johannes Horak, Stadtklimatologe der Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt der Stadt Linz

Die Auswirkungen der menschengemachten Klimaveränderung sind auch in Linz deutlich erkennbar – höhere Durchschnittstemperaturen, mehr Hitzetage und Tropennächte, sowie längere und häufiger auftretende Hitzewellen. Dabei stehen Wetter und Klima in einem Wechselspiel mit dem Boden und beeinflussen sich gegenseitig. Ein wärmeres Klima trägt zum Beispiel zum Auftauen von Permafrostböden bei, im Zuge dessen Treibhausgase freigesetzt werden. Diese befeuern den Klimawandel, welcher in weiterer Folge durch eine Zunahme von Starkregenereignissen zu verstärkter Bodenerosion führen kann. Auch kann die Art und Beschaffenheit des Bodens die Folgen des Klimawandels lindern. Andererseits sind aber auch Verstärkungen möglich, zum Beispiel durch eine übermäßige Versiegelung von Flächen. Der Vortrag bietet einen Überblick über die verschiedenen Aspekte dieses Zusammenspiels.
Präsentation Mag. Johannes Horak (PDF, 9.297 KB)
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Die neue österreichische Biodiversitäts-Strategie und ihre Umsetzung

DIin Gabriele Obermayr, Bundesministerium für Klimaschutz und Umwelt

Gesunder Boden ist eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt der Biodiversität. Österreich hat sich als Vertragspartei des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt dazu verpflichtet die Biodiversität zu schützen und ihre verschiedenen Komponenten nachhaltig zu nutzen. Die konkreten Ziele und Maßnahmen dafür sollen in einer nationalen Biodiversitäts-Strategie festgelegt werden. Zur Unterstützung der Umsetzung der neuen Strategie wird ein Biodiversitätsfonds eingerichtet.
Präsentation DIin Gabriele Obermayr (PDF, 4.590 KB)
Video

 

Die Rechte und die Verantwortung für die Inhalte der Präsentationen liegen bei den jeweiligen Vortragenden.

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