Integrativer Jugendpreis 2008
Beteiligen konnten sich Einzelpersonen, Jugendgruppen und -verbände, Vereine, Schulen, Wohnsiedlungen, städtische und staatliche Einrichtungen.
Der Preis wird einmal jährlich auf Vorschlag einer Jury vergeben. Die Verleihung findet stets um den 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht 1938, statt. Heuer ist sie mit 17. November terminisiert.
Von allen eingereichten Projekten erschienen der Jury zwei als besonders auszeichnungswürdig. Sie erhielten daher gemeinsam den ersten Preis. Das Preisgeld in der Höhe von 1.500 Euro wurde dabei aufgeteilt.
Beim ersten Projekt „FreEmotion“ erlernten unbegleitete, minderjährige AsylwerberInnen als Gruppe Tanzperformances und zeigten diese bei öffentlichen Auftritten. Zum Beispiel bei den Integrationsbällen 2007 und 2008 sowie bei Straßenfesten. Das Projekt ist mittlerweile eine unbefristet laufende Gruppenaktivität, jede Performance gilt als Projektetappe.
Für die Preisvergabe war der Jury der Ansatz wesentlich, dass die Jugendlichen eine sprachunabhängige Kommunikationsform gefunden haben, die den Dialog aus verschiedenen Kulturkreisen ermöglicht und mithilft, Misstrauen und Vorurteile abzubauen. Außerdem wurden die herkunftsbedingte strenge Trennung – im Speziellen – der Mädchen von den Burschen beim Tanzen abgebaut und ein unbefangener Umgang erlernt. Neben der Festigung des Selbstvertrauens der TeilnehmerInnen übertrug sich die positive Stimmung der TänzerInnen auch auf die MitbewohnerInnen der Jugendwohnheime.
Unterstützt wurde das Projekt von vier Personen, die ehrenamtlich Tanzunterricht erteilen. Der Projektbericht enthält auch die Schilderung von den Schwierigkeiten, die vor allem in der Terminkoordination, aber auch in der Disziplin bei der Einhaltung von Vereinbarungen auftraten, und deren Bewältigung.
Während des Projektes „Nahe Fremde“ wurde mit 24 ausländischen MitschülerInnen an der Schule ein Gespräch geführt, anschließend wurden diese Geschichten zu einem Buch zusammengefasst.
Für die Verleihung des Preises war entscheidend, dass durch diese Auseinandersetzung Jugendliche unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch gekommen sind. ÖsterreicherInnen kamen mit Geschichten in Berührung, die jenseits ihrer Vorstellung liegen. Ausländische Jugendliche machten die neue Erfahrung, dass sich jemand in diesem Ausmaß für sie interessiert. Im Projektbericht wurden die Schwierigkeiten des Projektes sehr gut reflektiert und auch die sich ergebenden Konsequenzen beschrieben.
Sowohl SchülerInnen als auch der betreuende Lehrer haben in dieses Projekt viel persönliches, über den Schulalltag hinausgehendes Engagement investiert. Erfreulich ist auch, dass bereits jetzt daran gedacht wird, das Projekt weiter auszubauen. So wird unter anderem eine Bühnenfassung und Inszenierung überlegt.
Von den insgesamt acht eingereichten Projekten sind drei wegen Nichterfüllung der Kriterien ausgeschieden. Die restlichen drei Projekte landeten alle auf Platz drei.
Darunter das Projekt „Die Donau“ des Vereins Maiz, bei dem in Workshops und Exkursionen jugendlichen MigrantInnen der Einfluss des Nationalsozialismus vermittelt wurde.
Das Projekt „Ich! Eine Provokation“ der Medienwerkstatt Pangea veranschaulichte in einem Workshop die Tatsache, dass bereits die Anwesenheit von jugendlichen MigrantInnen als Provokation empfunden wird. Die Ergebnisse des Workshops wurden in Form einer Zeitung aufbereitet.
„Lebenstraum Österreich“ war ein Theaterprojekt von Doro Schröder. Jugendliche eines Wohnheimes unterstützten Regisseurin sowie die SchauspielerInnen intensiv bei der Aufbereitung dieses Themas. Ein Jugendlicher wirkte dann sogar beim Stück selbst mit.
Gemeinsam mit der Jury wurden heuer vor der Ausschreibung die Kriterien der Vergabe überprüft, verändert und auf eine zeitgemäße Variante umgeschrieben. Da es ganz klare Einreichkriterien für die TeilnehmerInnen gab, war es nun erstmalig wesentlich einfacher mitzumachen. Dies stellt eine eindeutige Verbesserung sowohl für die TeilnehmerInnen, als auch für die Jury dar.
Weiters bekam die Ausschreibung grafisch ein neues Outfit, um ansprechender und plakativer zu wirken. Dabei wurde auch ein neues Logo mit einer Dreifachbotschaft entwickelt:
1 YOUMI: bedeutet YOU + ME (integrativer Gedanke)
2 YOUMI: bedeutet YOUTH + MIGRATION
3 YOUMI: das O ist kein normales O, sondern ist das Peace Zeichen und symbolisiert die friedliche Auseinandersetzung mit dem Thema „integrative Jugendarbeit“.
„Ich möchte mich bei allen TeilnehmerInnen für ihr großes Engagement aufrichtig bedanken. Der integrative Jugendpreis der Stadt Linz ist eine bedeutsame Auszeichnung für die Menschen, die sich mit dem vielfältigen Thema der Jugendintegration, Extremismus und Gewalt auseinandersetzen. Projekte, wie die eingereichten, sind enorm wichtig für unsere Gesellschaft. Sie helfen auch, nachhaltig für ein besseres Verständnis unter den Jugendlichen zu sorgen.“, meint Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer zum Thema „Integrativer Jugendpreis der Stadt Linz 2008“)
Weiterer Gesprächspartner:
Mag. Josef Kobler, Leiter Kinder und Jugend-Services Linz
Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at
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